Details

Landschaftsfotografie: Tipps, Tricks und Grundlagen

Landschaftsfotografie

Die Landschaftsfotografie gehört zu den beliebtesten Bereichen in der Fotografie! Zu Recht- denn egal ob urbane Stadtlandschaften oder idyllische Natur- überall findet man faszinierende Fotoszenen, die es festzuhalten gilt! Unterschiedliche Wetter- und Lichtbedingungen sind eine Herausforderung für sich und sorgen für Abwechslung und Spannung! Dieser Beitrag bietet Ihnen eine Einführung in die wichtigsten Grundlagen der Landschaftsfotografie.

Die Landschaftsfotografie bietet viele Vorteile: Zum Beispiel lässt sich der Spaziergang mit dem Partner / der Partnerin gleich mit dem Hobby der Fotografie kombinieren! Weiters kann die Landschaftsfotografie nahezu überall durchgeführt werden- ins richtige Licht gerückt wird aus fast jeder Fotoszene eine faszinierende Aufnahme!
Apropos Licht- die Sonne stellt einen natürlichen Beleuchtungskörper dar- zusätzliches Equipment wie etwa Fotoleuchten sind somit überflüssig!


 Technische Grundlagen 

Das kreative Hobby der Fotografie ist immer mit einem gewissen technischen Know-How verbunden! Genau diese Verknüpfung von Kreativität und Technik macht für viele Fotofreunde einen besonderen Reiz aus!
Auch in Bezug auf die Landschaftsfotografie will ich zuerst auf die technischen Grundlagen eingehen!


Die richtige Kamera für die Landschaftsfotografie

Selbstverständlich eignen sich Spiegelreflexkameras oder Systemkameras bestens für die Landschaftsfotografie! Die Möglichkeit verschiedene Objektive einzusetzen bietet eine große Flexibilität!

Da beim Fotografieren von Landschaften vor allem eine durchgehende Tiefenschärfe gefragt ist, eignen sich aber auch Kompaktkameras sehr gut! Zudem lässt sich eine digitale Kompaktkamera aufgrund des geringen Gewichtes und der geringen Größe viel komfortabler transportieren als eine schwere DSLR! Gerade bei längeren Bergtouren ist dies ein entscheidender Pluspunkt!


Eine gute Kompaktkamera sollte folgende Qualitätskriterien aufweisen
:

  • Die Kompaktkamera sollte ähnliche Einstellmöglichkeiten bieten wie eine DSLR (Halbautomatik)

  • Achten Sie auf Qualität, nicht auf maximale Megapixel!

  • Die Möglichkeit auf manuelles Scharfstellen bietet gerade in der Landschaftsfotografie Vorteile

  • Das Erstellen von automatischen Belichtungsreihen bietet Vorteile für spätere Belichtungsoptimierung

  • Die Kompaktkamera sollte Bilder auch im RAW-Format abspeichern können


Folgende Aufnahme habe ich mit meiner Kompaktkamera Canon Powershot S110 erstellt

Landschaftsaufnahme mit der Canon Powershot S110

Mehr Informationen zu verschiedene Kameramodelle und Systeme: Themenbereich Kameras


Benutzen Sie eine kleine Blende für die Landschaftsfotografie

Im Gegensatz zur Portrait- oder Makrofotografie wo man mittels einen unscharfen Hintergrund („Bokeh“) ein Objekt hervorheben möchte, will man in der Landschaftsfotografie üblicherweise die gesamte Landschaft scharf abbilden!

Eine durchgehende Tiefenschärfe erreicht man dadurch, dass man mit einer kleinen Blende fotografiert! Es empfiehlt sich also, im Halbautomatikmodus „Blendenwahl“ zu fotografieren (Modus Av oder A am Wahlrad)!

Aber Achtung: Eine kleine Blende stellt man ein, indem man eine große Blendenzahl wählt (zum Beispiel f/16). Dies ist für allem für Anfänger immer wieder verwirrend!
Ich persönlich nutze allerdings nie die allerkleinste Blende, da die Qualität der Aufnahme bei der zweitkleinsten Blende meiner Meinung nach besser ist!


Verwenden Sie ein Stativ

Wie gerade erwähnt, erhalten wir durch die kleine Blende eine durchgehende oder maximale Tiefenschärfe. Durch die kleine Blendenöffnung gelangt weniger Licht auf den Sensor als bei einer großen Blendenöffnung- somit wird die Belichtungszeit verlängert!

Für verwackelungsfreie, scharfe Bilder sollten Sie Ihre Kamera also auf ein Stativ stellen!
Belichtungszeiten von einer halben Sekunde und länger sind in der Landschaftsfotografie aufgrund der kleinen Blende keine Seltenheit! Bei strahlenden Sonnenschein kann allerdings auch ohne Stativ fotografiert werden! Bei Aufnahmen in der Dämmerung oder in der Nachtfotografie ist die Belichtungszeit allerdings dramatisch verlängert!

Alternativ können Sie auch den ISO-Wert ihrer Kamera erhöhen. Dies führt allerdings zu mehr Bildrauschen und vermindert somit die Qualität Ihrer Aufnahme! Eine längere Belichtungszeit in Kombination mit einem Stativ ist einer Erhöhung des ISO-Wertes somit vorzuziehen!

Stellen Sie manuell scharf

Um zu verhindern, dass die der Autofokus auf ein Objekt im Vordergrund scharf stellt und somit die Schärfe auf der dahinterliegende Szene abnimmt, sollte man manuell fokussieren!

Bei Spiegelreflexkameras befindet sich meist am Objektiv ein Schalter mit der Aufschrift AF(Autofokus) und MF (manueller Fokus).
Stellen Sie auf MF und drehend Sie den Ring am Objektiv, mit welchem die Tiefenschärfe eingestellt wird auf „unendlich“ (liegende 8).

Fotografieren Sie mit einer Kompaktkamera welche keine Möglichkeit zur manuellen Fokussierung bietet, ist es von Vorteil, auf den Horizont zu fokussieren.


 Gestaltungsregeln 

In der Fotografie gibt es gewisse Regeln und Grundsätze zur Bildgestaltung! Setzt man diese Regeln beim Bildaufbau ein, wirkt das Foto meist harmonischer für den Betrachter!

Gerade in der Landschaftsfotografie haben diese Gestaltungsregeln sicherlich ihre Berechtigung! An dieser Stelle möchte ich aber Anmerken, dass es selbstverständlich kein Muss ist, sich an diese Regeln zu halten!

Meine Einstellung zur Fotografie lautet – Alles ist erlaubt! Ähnlich wie in der Jugend, kann es auch im Bereich der Fotografie sehr reizvoll sein, gewisse Grundregeln zu brechen...


Drittel-Regel

Die wohl bekannteste aller Gestaltungsregeln ist die sogenannte Drittel-Regel.
Einfach erklärt teilt man die Fotoszene durch wie Linien in drei Drittel. Den Horizont der Aufnahme legt man dann auf einen dieser imaginären Linien. Somit nimmt der Himmel immer entweder ein Drittel oder eben zwei Drittel eines Bildes ein! Ich persönlich setzte die Drittel-Regel sehr gerne in der Landschaftsfotografie ein! Benutzen Sie eine DSLR empfiehlt sich hier Beispielsweise der Einsatz des Live-View-Modus! Hier können Sie für gewöhnlich Drittel-Linien am Display einblenden lassen! Bei Kompaktkameras ist dieses Hilfsmittel sowieso schon lange Standard!


Hineinführende Linien

Wenn Sie in Ihrer Fotoszene einen Fluss, einen Zaun, eine Mauer, eine Eisenbahnlinie, eine Straße oder ähnliches entdecken, können Sie dieses Element dazu nutzen, mehr Tiefe in Ihre Aufnahme zu bringen!
Positionieren Sie Ihre Kamera so, dass dieses Element vom Bildrand in Richtung Bildmitte verläuft!


Minimalismus

Weniger ist mehr! Anstatt sich zu fragen was Sie alles ins Bild nehmen möchten, sollten Sie sich einmal Fragen, was Sie weglassen können! Minimalistische Aufnahmen kommen vor allem in schwarz-weiß sehr gut zur Geltung und wirken oft sehr aussagekräftig!


Vordergrund gestalten

Auch wenn Sie weite Landschaften fotografieren kann es von Vorteil sein, ein nahe gelegenes Objekt mit ins Bild zu nehmen! Somit bauen Sie einen „Vordergrund“ in Ihr Bild ein! Dieses Objekt ist Ihr „Eyecatcher“ und kann somit das Detail sein, dass Ihre gute Aufnahme in eine faszinierende Aufnahme verwandelt!

 

 Das Licht  

Das Thema Licht stellt einen Schwerpunkt in der Landschaftsfotografie dar!
Wenn Sie das natürliche Sonnenlicht geschickt für Ihre Aufnahme nutzen, entstehen wundervolle Landschaftsaufnahmen!

Allerdings stellt das Sonnenlicht den Fotografen immer wieder vor großen Herausforderungen und es bedarf ein wenig an Erfahrung, um das Sonnenlicht perfekt für seine Aufnahme nutzen zu können! Da die Thematik sehr umfangreich ist möchte ich mich auf einige wesentliche Schwerpunkte beschränken!

Viel Sonne = hoher Kontrastumfang

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten! Der allseits bekannte Ausspruch trifft den Nagel auf den Punkt!
Vor allem im Sommer und um die Mittagszeit führt die helle Sonne bei wolkenlosem Himmel dazu, dass tiefe Schatten entstehen! Die Fotoszene hat in diesem Fall einen hohen Kontrast- oder Dynamikumfang!
Der Kamerasensor kann allerdings einen so hohen Kontrastumfang nicht wiedergeben! Dies führt dazu, dass die Schatten im Bild nur noch schwarze Pixel ohne Bilddetails sind! Einfach die Belichtung nach oben zu drehen (zum Beispiel +1) ist auch keine Lösung, denn dann sind die hellen Bereiche (Lichter) nur noch weiße Pixel ohne Bilddetails!

Was also tun?

1. Man könnte die Aufnahme auf eine spätere Tageszeit verschieben oder auf eine Wolkendecke warten. Die Wolkendecke wirkt wie ein natürlicher Diffusor! Bei weniger Licht wird der Kontrastumfang wieder kleiner und es können wieder mehr Bilddetails festgehalten werden!

2. Man könnte im RAW-Format fotografieren! Im RAW-Format kann ein höherer Kontrastumfang gespeichert werden! Bei der nachträglichen Bildbearbeitung können somit einige Details aus den Tiefen bzw. Lichtern des Bildes herausgeholt werden!

3. Man könnte die Technik der HDR-Fotografie einsetzen um ein Bild mit einem hohen Kontrastumfang aus einer Belichtungsreihe zu generieren! Viele moderne Kameras haben einen automatischen HDR-Modus integriert! Zum Beispiel die vorhin bereits erwähnte Canon Powershot S110 hat so einen HDR-Modus sowie das RAW-Format an Board!


Ausgewogene Belichtung
Diese Aufnahme wurde kurz vor der Dämmerung gemacht - die Belichtung ist ausgewogen


Gegenlicht ist immer schwierig!

Aufnahmen im Gegenlicht sind immer schwierig, können aber – wenn sie gelingen, umso faszinierendere Ergebnisse liefern! Auch hier ist der Kontrastumfang wahnsinnig hoch und es empfiehlt sich wieder der Einsatz von RAW oder HDR Technik um eine tolle Aufnahme zu meistern!



Diese Gegenlichtaufnahme wäre ohne Einsatz der HDR-Technik so nicht realisierbar gewesen


Nutzen Sie besondere Lichtstimmungen

Die Sonne zaubert immer wieder wunderbare Lichtstimmungen auf den Horizont! Nutzen Sie diese, um ein atemberaubendes Landschaftsbild umzusetzen! Da ich persönlich eher ein Abend- bzw. Nachtmensch bin, komme ich selten in den Genuss, das Morgenrot einzufangen. Aber Gott sei Dank, gibt es auch das Abendrot!


Hier habe ich es dann doch mal aus dem Bett geschafft um das Morgenrot zu fotografieren!


Blaue Stunde

Kurz nach der Dämmerung beginnt die unter den Fotofreunden so berühmte „blaue Stunde“ und sie dauert ... naja wie der Name eben schon sagt – in etwa eine Stunde... In dieser Zeit ist der Nachthimmel noch nicht schwarz, sondern dunkelblau! Nutzen sie diese Stunde für sich!

Blaue Stunde 



Die Jahreszeit 

Was ist eigentlich DIE Jahreszeit zum Fotografieren? Richtig- es gibt sie gar nicht! Jede Jahreszeit bietet Ihre absoluten Vorzüge! Eine wundervolle Winterlandschaft ist ebenso faszinierend wie eine farbenfrohe Herbstlandschaft mit ihren vielen bunten Blättern! Egal ob blühender Frühling oder eine wundervolle Strandlandschaft im Sommer- benutzen Sie Ihre Kamera in jeder Jahreszeit!

Sommer, Sonne, Sonnenschein? Auch der kalte Winter hat aus Sicht der Fotofreunde viel zu bieten

 

 

 Das Wetter 

Mit dem Wetter verhält es sich ähnlich wie mit der Jahreszeit! Auch wenn Sonnenschein wohl das beliebteste Wetter unter den Fotografen ist, bietet jedes Wetter gewisse Vorzüge! Haben Sie schon einmal eine Landschaft bei einem Gewitter fotografiert? Nein- kann ich Ihnen nur empfehlen – jedoch bei gutem Sicherheitsabstand! Vor allem Wetterumschwünge bieten ein hohes Potenzial für faszinierende Aufnahmen!

Folgende Aufnahme konnte ich kurz vor einem aufziehenden Unwetter realisieren




 Weitere Tipps 


Erstellen Sie ein Panorama

Mehr ist dann doch oft mehr! Gerade bei Landschaften bietet es sich des öfteren an, ein Panorama zu erstellen! Der Microsoft ImageComposingEditor ist ein einfaches und kostenloses Programm zum erstellen von Panoramas.

Fotografieren Sie auch mal Stadtlandschaften

Naturlandschaften können wunderschön sein! Ebenso spannend ist es aber auch in der Stadt! Egal ob alte Industrieanlagen oder moderne urbane Stadtlandschaften - Sie finden bestimmt eine geeignete Fotoszene für Ihr perfektes urbanes Landschaftsbild!

stadtlandschaft

 

Carpe Noctem - nutze die Nacht

Fotografieren Sie eine Landschaft bei Nacht! Bei Nachtaufnahmen sollten Sie auf jeden Fall ein Stativ benützen! Weitere Infos finden Sie im Beitrag: Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtung: 8 Tipps für garantiert bessere Bilder bei Nacht

Nachtlandschaft 


 Weiterführende Literatur 

 

 Fazit 

Landschaftsaufnahmen kann man überall machen- zum Beispiel auch auf dem Heimweg von der Arbeit! Genau aus diesem Grund habe ich mir vor kurzem eine Kompaktkamera (Canon Powershot S110) gekauft, da ich keine Lust habe, meine DSLR-Kamera jeden Tag in die Arbeit mitzunehmen!

In diesem Beitrag habe ich einige wichtige Schwerpunkte aus der Landschaftsfotografie dargestellt und Tipps für die Fotopraxis aufgezeigt. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Fotografie nicht zu „technisch“ oder „berechnend“ sehen! Gehen Sie einfach raus und haben Sie Spaß am Fotografieren! Verlieren Sie durch „Gestaltungsregeln“ und anderen Grundsätze nicht die Freude – denn nur was Sie gerne machen, werden Sie auch gut machen!


  Weiterführende Links  

Auf www.drweb.de finden Sie eine Sammlung von gelungenen Landschaftsfotografien aus der ganzen Welt



 

Der Beitrag hat Ihnen gefallen? Sagen Sie es weiter!

   

 fototuning auf youtube  fototuning auf facebook

   

NEU: 99blickwinkel.com  

99blickwinkel

Fotografie, Bildbearbeitung, Impressionen und Kreativität: Schau vorbei auf der neuen Webseite 99blickwinkel.com


Neue Beiträge auf 99Blickwinkel.com:

   

Mein Buch  

Mein Buch HDR-Fotografie: Schritt für Schritt zum perfekten HDR-Bild* ist nun endlich erhältlich.

Neben der E-Book Version für Kindle ist das Buch auch als Taschenbuch* erhältlich.

Tipp:
Mit den kostenlosen Kindle Lese-Apps kann das Buch überall gelesen werden: Egal ob am Smartphone, Tablet, am PC oder mit dem Kindle Cloud Reader direkt im Browser.

   
© 2011-2015 Fototuning.at