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Sony Alpha 6000 - Review der schnellen APS-C Systemkamera

Copyright Fototuning.at - R. Leitinger

Sie ist kompakt- passt auf eine Handfläche. Umso größer ist dafür das Innenleben: Die Sony Alpha 6000 ist mit einem 24 Megapixel großen APS-C Sensor ausgestattet. Die Sensorgröße ist somit auf dem Niveau einer Einsteiger- bis Mittelklasse DSLR wie zum Beispiel der Canon EOS 7D.
In einigen Bereichen ist die Sony a6000 einer Spiegelreflexkamera sogar überlegen!

Sony setzt bei seinen Systemkameras bekanntlich schon länger auf größere Sensoren. Im Gegensatz zum Micro-Four-Thirds (MFT) Sensor gängiger Modelle von Panasonic, Olympus und Co. hat Sony in der Alpha 6000 einen APS-C Sensor verbaut. Dieser ist im Vergleich zum MFT-Format deutlich größer und sorgt somit für eine gute Low-Light Performance im höheren ISO-Bereich. Im Bereich Sensorgröße steht die Sony Alpha 6000 somit auf einer Stufe mit Spiegelreflexkameras wie der Canon EOS 700d, EOS 70D, Nikon D7100 etc.

Es gibt aber auch einige Bereiche in denen die kompakte Sony a6000 einer DSLR-Kamera sogar überlegen ist. Dazu gleich mehr! Vorher kommen wir aber zu den wichtigsten allgemeinen Daten.

Datenblatt:

Sensor: APS-C Sensor

Auflösung: ca. 24,3 Megapixel (effektiv)

Kit-Objektiv: Sony SEL 1650 16-50 mm; f3.5-6.4; OSS

Monitor: 3 Zoll LCD; kippbar, 921.600 Bildpunkte

Sucher: JA- OLED, 100% Bildabdeckung

ISO: 100 - 25.600

Video: Full-HD, 60fps max

Serienbildfunktion: 10,9 Bilder pro Sekunde

Gewicht (Body): ca. 285 Gramm

Akku-Laufzeit: Ca. 360 Bilder

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Sensor

Die Sony Alpha 6000 verfügt über einen 24 Megapixel Exmor APS-C Sensor

Einige hatten vorweg bedenken, ob 24 Megapixel für einen APS-C Sensor vielleicht schon ein wenig zu viel wären und die Low-Light Performance aufgrund der höheren Pixel-Dichte abnehmen könnte. Dies hat sich nicht bestätigt - ganz im Gegenteil- die Bildqualität der Sony Alpha 6000 bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und die 24 Megapixel bieten reichlich Ressourcen für nachträglichen Bildbeschnitt beziehungsweise für die Ausschnittskorrektur. Voraussetzung für die beste Bildqualität ist natürlich ein ordendliches Objektiv. Das Kit-Objektiv 16-50mm deckt einen wirklich interessanten Brennweitenbereich ab. Mehr dazu aber später!

Sony Alpha 6000 


Verarbeitung - Look & Feel

Die kompakte Kamera wiegt gerade mal 285 Gramm (Body) - liegt dafür aber erstaunlich gut in der Hand! Grund dafür ist die seitlich gummierte Verstärkung am Handgriff. Die Sony Alpha 6000 ist vielleicht kein Designwunder - schlecht sieht sie allerdings auch nicht aus! Mir persönlich gefällt sie sehr gut! Das Design ist clean und aufgeräumt - klare Linien dominieren! Die Sony Alpha 6000 ist in schwarz, silber und weiß erhältlich.

Auf der Oberseite befinden sich 2 Wahlräder sowie logischerweise der Auslöser. Auf der Rückseite neben den klappbaren 3-Zoll LCD-Bildschirm ein klassisches Steuerungskreuz sowie diverse Tasten die teils auch frei konfiguriert werden können. Neben den hochauflösenden OLED-Sucher in der linken oberen Ecke befindet sich ein Rad zur Dioptrienkorrektur.  Allen in allem lässt sich die Kamera sehr gut bedienen- die Tasten bieten einen guten Druckpunkt. Auch der Sucher gefällt- nichts ruckelt beim Kameraschwenk! 100% Bildabdeckung im Sucher sowie das Einblenden diverser Menüs sind ein weiterer Vorteil des elektronischen Suchers.

 

Geschwindigkeit und Autofokus

Sony bewirbt die Alpha 6000 mit dem schnellsten Autofokus der Welt! Ob es wirklich der schnellste ist, kann ich nicht sagen- aber er ist wirklich extrem schnell! Sony setzt dabei auf seine schnelle Hybrid-Autofokus Technik. Auch der integrierte Augen-Autofokus liefert wirklich gute Dienste.

Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit fast 11 Bilder pro Sekunde eine Wucht! Hier können Einsteiger-DSLR Kameras nicht mithalten! Ein Hauptgrund für die Schnelligkeit der Sony Alpha 6000 dürfte der neue Bionz X Prozessor sein.

 

Das Kit-Objektiv und bessere Alternativen

Es wäre falsch nur schlecht über das Kit-Objektiv zu sprechen! Meiner Meinung nach deckt es einen sehr interessanten Brennweitenbereich (16-50 mm) ab. Vor allem die 16mm im Weitwinkelbereich dürften vor allem für Freunde der Landschaftsfotografie interessant sein. 50mm im Tele sind zwar nicht die Welt- aber mal ehrlich- bei 24 Megapixel hat man in Bezug auf nachträglichen Bildbeschnitt noch wirklich viele Ressourcen. Des weiteren bietet das Objektiv einen optischen Bildstabilisator - was in jedem Fall Sinn macht, da der Kamerabody selbst ja nicht stabilisiert ist.

Negativ fällt laut einigen Tests sowie Aussagen von Nutzern die starke Vignettierung, chromatische Aberrationen und ein Schärfeabfall am Rand auf! Auch eine Verzerrung im Weitwinkelbereich ist erkennbar. Diese Probleme lassen sich aber sehr gut mit der automatischen Objektivkorrektur in gängigen RAW-Konvertern wie Adobe Photoshop Lightroom* beheben.

Schon klar- das Objektiv ist wirklich sehr kompakt und leicht (und obendrein auch sehr günstig) und dafür darf man natürlich keine absolute Premium-Qualität erwarten. Ich persönlich bin mit dem Objektiv aber zufrieden und finde es deutlich besser, als es in manchen Testberichten beschrieben wird!

sony alpha 6000

Eine gute Alternative zum Kit-Objektiv ist das besser bewertete Sony SEL 1670* mit 16-70mm Brennweite bei einer durchgehenden Lichtstärke von f4. Klasse Brennweitenbereich aber leider ist dieses Objektiv nicht ganz günstig. Absolut Spitze im Preis-Leistungsverhältnis sind allerdings die lichtstarken Festbrennweiten Sony SEL 50mm f1.8* (stabilisiert) und das Sony SEL 16mm f.2,8* (nicht stabilisiert). Letzteres ist extrem kompakt (Pancake) und dürfte vor allem bei Freunde der Landschaftsfotografie für Begeisterung sorgen. Das SEL-50mm f1.8 ist für den Bereich Portrait und Street Fotografie gut geeignet und bietet ein wirklich schönes Bokeh bei Offenblende. Preislich sind die Objektive mit rund 270 Euro (50mm) und 230 Euro (16mm) wirklich erschwinglich und bieten eine hohe Qualität zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis.

Eine weitere Alternative zum Kit-Objektiv wäre das SEL Standardzoom 18-55mm f3.5-5.6*. Dieses bietet mit 230 Euro ebenfalls ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist dem Kit-Objektiv in qualitativer Hinsicht überlegen.

Natürlich sind noch weitere Objektive, Adapter und Konverter für die Sony Alpha 6000 erhältlich. Eine Auflistung aller Objektive für die Sony Alpha 6000 findet ihr in diesem Beitrag: Objektive für die Sony Alpha 6000, 5000 und NEX - eine Übersicht



Features

Im Bereich Features hat die Kamera wirklich so einiges zu bieten. Über WLAN und NFC kann die Kamera ganz einfach mit einem Smartphone oder Tablet-PC, etc. verbunden werden. Drahtlose Datensicherung und Übertragung sowie ein Fernsteuern der Kamera ist somit problemlos möglich. Die Kamerainterne Software (“Firmware”) kann über diverse Apps erweitert werden. Einige davon sind kostenlos, andere zu erschwinglichen Beträgen erhältlich. Schon klar- einiges davon sind Spielereien, aber es gibt auch sehr nützliche Erweiterungen wie zum Beispiel eine Zeitraffer-Funktion.

Neben der bereits bekannten “intelligenten” Automatikfunktion ist diesmal auch eine “überragende Automatikfunktion” enthalten. Diese greift bei Bedarf (schwierige Lichtverhältnisse) auch auf eine Mehrfachbelichtung zurück.

Der Automatikmodus kann bei Bedarf auch übersteuert werden (z.B.: manuelles Einstellen der Blende auch im Automatikmodus).

Was mir persönlich auch noch sehr gut gefällt ist, dass man nicht nur eine ISO-Obergrenze, sondern auch eine ISO-Untergrenze vorgeben kann (zum Beispiel ISO 400-3.200)!

 

Video

Im Bereich Video macht die Kamera alles richtig! Selbstverständlich filmt die Sony Alpha 6000 mit einer Full-HD Auflösung bei maximal 60 fps. Des weiteren wird eine volle manuelle Steuerung der Kamera auch im Videobetrieb unterstützt. Diverse Testvideos bestätigen die wirklich hervorragende Videoqualität. Auch das integrierte Mikrofon kann überzeugen! Schade nur, dass kein externer Mikrofon Anschluss verbaut ist! Dafür bietet Sony eine externes Stereomikrophon*, dass über den Multi-Face-Zubehörschuh (“Blitzschuh”) an der Kamera befestigt werden kann. Dieses überzeugt zwar mit hervorragender Tonqualität, ist aber mit über 100 Euro (Stand: Dezember 2014) nicht wirklich preiswert!

 

Akku / Akku-Laufzeit

Der Akku kann nicht ganz mit jenen aus DSLR-Kameras mithalten. Neben dem LCD-Bidschirm frisst natürlich auch der elektronische Sucher einiges an Strom. Des weiteren kann der Akku nur in der Kamera über ein Ladekabel geladen werden. Dieses Set* bietet hierfür aber eine schnelle und günstige Abhilfe: 2 Zweit-Akkus inklusive Ladeschale. Damit sollte dieses Problem vom Tisch sein. An dieser Stelle vielen Dank an Martin Seraphin, der mir diesen Tipp gegeben hat!

 

Fazit

Das Preis-Leistungsverhältnis der Sony Alpha 6000 (Detailseite auf Amazon.de)* ist meiner Meinung nach sehr gut. Man bekommt wirklich viel für verhältnismäßig wenig Geld (Body: ca. 500 Euro). Die Kamera ist kompakt, extrem schnell und bietet eine Bildqualität auf hohem APS-C Niveau.

Das Kit-Objektiv ist solide und bietet einen interessanten Brennweitenbereich! In Bezug auf die Bildqualität gibt es aber natürlich noch bessere Alternativen! Auch das Fehlen eines externen Mikrofon Anschlusses finde ich schade, da die Sony Alpha 6000 auch im Bereich Video bei alles richtig macht (Full-HD, 60fps max., volle manueller Steuerungsmöglichkeit).

Ich hoffe ich konnte mit diesem Review alle Unklarheiten beseitigen (haha) - wenn noch Fragen offen sind, kannst du mich gerne kontaktieren!

 

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